Der Werkstoff Holz:

Holz ist ein natürlich gewachsener Werkstoff, der durch Zellteilung entsteht. Das Längenwachstum (Primärwachstum) eines Baumes vollzieht sich durch Zellteilung in den Knospen der Äste und Zweige. Die so entstandenen Austriebe verholzen allmählich.

Das Dickenwachstum (Sekundärwachstum) eines Baumes wird durch Zellteilung in einer bestimmten Schicht zwischen Rinde und Holz, dem Kambium, erzeugt, wo auch das Ligninin der Zelle und den Tochterzellen eingelagert wird. Lignin ist einer der Hauptbestandteileeiner Holzzelle, der dafür verantwortlich ist, daß eine Zelle verholzt. Daneben enthält eine Zelle noch Zellulose, Harze, Gerbstoffe und Farbstoffe, je nach Funktion, die sie innerhalb der Zellstruktur zu erfüllen hat. Zellen leiten in Boden enthaltene Nährstoffe von den Wurzeln  bis in die Baumkrone, sie speichern weiter Baustoffe, die für die Entstehung von Zellulose und Lignin notwendig sind, und haben schließlich die Aufgabe, den Baum zu stützen.

Im Unterschied zu den Laubbäumen mit Leitzellen, Speicherzellen und Stützzellen verfügen Nadelbäume nur über zwei Zelltypen und zwar Speicherzellen und Tracheiden, die den Baum stützen und zugleich Nährstoffe weiterleiten.

Sägt man nun einen Baumstamm quer durch, diese Schnittrichtung nennt man Hirn- oder Querschnitt, zeichnen sich bei den Hölzern der gemäßigten Klimazone recht deutlich Jahresringe ab. Jeder einzelne Jahresring hat einen dunklen und einen hellen Teil und zwar Spät- und Frühholz. Die hellen Holzzellen transportieren die Nährstoffe und haben auch ein größeres Volumen. Die dunklen Zellen sind durch ihren höheren Ligningehalt stabiler und geben dem Baum den notwendigen Halt.
Die Laubbäume unterscheiden sich in
- Kernholzbäume (z.B. Kirschbaum, Nußbaum, Pflaumenbaum). Im Hirnschnitt erkennt man das dunkle Kernholz und den weicheren, hellen Splint.
- Reifholzbäume (z.B. Linde, Birnbaum). Das Kernholz von Reifholzbäumen verfärbt sich nicht dunkel, es unterscheidet sich aber vom Splintholz durch seine Festigkeit und dem Wassergehalt.
- Splintholzbäume (z.B. Birken und Aspen). Diese Bäume bilden keinen Kern aus und sind in Festigkeit und Wassergehalt gleichmäßig.